Am 23. April 2012 wurde die Grundschule Friedersdorf von Frau Dr. Münch als Pilotschule für Inklusion benannt.

Mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen durch die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2009 wurde das Thema Inklusion auch für die Schule relevant. Inklusion bedeutet, dass alle Schüler und Schülerinnen unabhängig von ihren individuell unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gemeinsam eine Schule besuchen. Das bedeutet einen Ausbau des gemeinsamen Unterrichts. Ab dem Schuljahr 2015/16 soll Inklusion an allen Schulen Brandenburgs eingeführt werden. Momentan ist ungeklärt, ob sich dieser Prozess verzögern wird. Seit diesem Jahr läuft in ausgewählten Schulen eine Pilotphase. Diese soll dazu genutzt werden, Konzepte für Inklusion zu entwerfen, Rahmenbedingungen festzulegen, positive und negative Aspekte heraus zu arbeiten. In der Pilotphase schließt Inklusion Schüler mit Lernbehinderungen, mit emotional-sozialen und mit sprachlichen Problemen ein (LES). Nicht betroffen sind davon in dieser Phase körperlich und geistig behinderte Kinder, Kinder mit Hör- oder Sehschäden und autistische Kinder.

Was bedeutet das nun für unsere Schule?

Die Grundschule Friedersdorf nimmt, wie bisher, alle Schüler aus ihrem Einzugsbereich auf. Dabei nimmt sie auch Schüler auf, die dem Bereich LES zugeordnet werden. Diese Kinder werden beginnend mit Klasse 1 im Schuljahr 2012/13 in die Klassen 1a und 1b unserer Schule integriert. Damit ändert sich nicht viel, denn die Grundschule Friedersdorf hat bereits in vergangenen Jahren lernbehinderte Kinder, Kinder mit sprachlichen Problemen und emotional-sozial auffällige Kinder unterrichtet. Auffällige Kinder gibt es in fast jeder Klasse. So werden zurzeit auch zwei Kinder mit autistischen Zügen an unserer Schule unterrichtet. Neu an der Situation ist also nicht, dass wir solche Kinder an unserer Schule haben, sondern dass wir mit der Pilotphase ganz andere Bedingungen haben, wie wir diese Kinder fördern können. Die Klassenbildung hat in Pilotschulen einen Frequenzwert von 23 Schülern (Oberwert 25). Bisher waren Klassen mit 30 Schülern möglich. Alle Pilotschulen erhalten in dieser Pilotierungsphase ein zugewiesenes zusätzliches Stundenkontingent für den gemeinsamen Unterricht. An unserer Schule umfasst dieses Kontingent 37 Wochenstunden. Seit dem Schuljahr 2012/13 arbeitet eine Sonderpädagogin mit vollem Stundenumfang an unserer Schule. Frau Liebau ist speziell für Lern- und Sprachbehinderungen ausgebildet, was natürlich für die Inklusion optimal ist. Sie wird jeweils in den ersten Wochen des Schuljahres die beide 1. Klassen intensiv beobachten und in enger Zusammenarbeit mit den Klassenlehrerinnen feststellen, welche Kinder einen erhöhten Förderbedarf haben. Außerdem arbeitet mit Frau Großer eine zweite Sonderpädagogin 10 Wochenstunden an unserer Schule. Beide Sonderpädagoginnen ermitteln gemeinsam mit den Klassenlehrerinnen bzw. dem Klassenlehrer den Förderbedarf und eine Steuergruppe (bestehend aus 4 Lehrern) entscheidet dann über die Verteilung der Stunden zur Förderung. Dieses Verfahren löst die bisherigen Feststellungsverfahren für die Bereiche LES ab. Dabei gibt es die Möglichkeiten, individuell zu unterrichten, Kleingruppen zu bilden, aber auch Klassen zu teilen. Das wird man je nach Einzelfall entscheiden. Auf jeden Fall hat die Grundschule Friedersdorf damit bedeutend bessere Möglichkeiten, Kindern mit Problemen zu helfen. Frau Liebau und Frau Großer sind zurzeit in fast allen Klassen entsprechend des Bedarfes eingesetzt.

Auf Grund der Klassenfrequenz für Inklusionsschulen wurden in die Grundschule Friedersdorf im Schuljahr 2015/16 zwei 1. Klassen eingeschult.

 

Was wird nicht geschehen?

Viele Eltern haben Angst, dass unsere Schule nun Anlaufpunkt für Schüler mit Problemen aus dem Bereich LES wird. Dies wird nicht eintreffen. Es wird keine Anmeldungswelle von außerhalb unseres Einzugsbereiches geben. Da die Anmeldungen für das Schuljahr 2014/15 laufen, kann man einschätzen, dass das Schülerbild sich von denen der letzten Jahren nicht groß unterscheidet. Natürlich haben wir einige Kinder, die noch einzelne sprachliche Probleme haben. Das war aber in den vergangenen Jahren nicht anders. Ob wir ein Kind mit Lernbehinderung haben werden, wird sich in der Beobachtungsphase zeigen. Allerdings haben wir nun auch die Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

Wie lief die Pilotphase ab?

Die Grundschule Friedersdorf hatte sich ein Konzept erarbeiten, welche Schwerpunkte sie in der Pilotphase für ihre Schule sieht. Die Pilotphase wurde vom Schulamt begleitet. Zwei Inklusionberaterinnen standen unserer Schule mit 10 Wochenstunden zur Verfügung. Sie gaben Anregungen, führten Weiterbildungen durch und standen mit Rat und Tat zur Seite. Die Realisierung des Vorhabens verlangte natürlich auch eine Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen. Dazu fanden in den letzten drei Jahren Weiterbildungen im Umfang von 60 Stunden. Diese Weiterbildungen fanden für alle Lehrerinnen und Lehrer statt.

Unter den 85 Inklusionsschulen im Land Brandenburg wurden 30 Schulen ausgewählt, die von der Universität Potsdam wissenschaftlich begleitet werden. Die Grundschule Friedersdorf zählte nicht zu diesen 30 Schulen.

Die zusätzlichen Stunden für Inklusion wurden zur Förderung auf alle Klassen verteilt und kommen in diesen Klassen Schülern mit einem erhöhten Förderbedarf zu Gute.

Wichtig für alle Eltern ist der Hinweis, dass die Bestimmungen des Brandenburgischen Schulgesetzes und die der Grundschulverordnung volle Gültigkeit behalten.

Nachdem die Pilotphase für alle Pilotschulen für das Schuljahr 2014/15 verlängert wurde, sollte eigentlich im Jahr 2015/16 Inklusion in allen Schulen des Landes Brandenburg eingeführt werden. Dies ist nicht geschehen. Deshalb wurde allen Pilotschulen 2015 angeboten, eine Verlängerung der Phase mit dem Status Inklusionschule für die Jahre 2015/16 und 2016/17 zu beantragen. Dies hat unsere Grundschule gemacht und die Verlängerungsphase wurde auch bewilligt.

Wie geht es im Schuljahr 2017/2018 weiter?

66 Schulen im Land Brandenburg wurden in diesem Schuljahr als „Schule für gemeinsames Lernen“ ab dem Schuljahr 2017/18 bestätigt. Das ist die Fortführung der Inklusion und wird in den nächsten 6 Jahren alle Schulen des Landes Brandenburg erfassen. Unsere Schule hat sich beworben und wird somit auch in den kommenden Schuljahren als „Schule für gemeinsames Lernen“  kontinuierlich weiter arbeiten können.

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